Zwischen Licht & Wolken
Madeira lebt vom Wechsel. Wolken ziehen über die Berge, Nebel legt sich über die Lorbeerwälder, Licht bricht durch und verschwindet wieder. Nichts bleibt, wie es gerade noch war. Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg, oft noch bevor der Tag richtig begonnen hat. Wir warten auf Farbe am Himmel, auf den ersten Sonnenstrahl, auf den Moment, in dem Landschaft und Licht zusammenfinden. Manchmal vergeblich. Manchmal wird aus genau diesem Warten ein Morgen, den wir nicht vergessen. Und genau darin liegt die Herausforderung. Man kann planen, früh aufstehen und warten. Was am Ende bleibt, entscheidet das Licht.
Pelikanfieber am Kerkini-See
Der Kerkini-See wirkt still, fast unscheinbar – bis ein kleines Fischerboot das Wasser teilt und eine Welt eröffnet, die wackelt und Kraft kostet. Spiegelungen verdoppeln die Welt, und aus flüchtigen Augenblicken entstehen Bilder, die im Wasser zu tanzen scheinen. Das Boot schwankt, Licht und Schatten wandern, Pelikane gleiten dicht vorbei. Jede Bewegung, jeder Windstoss, jede Welle macht das Bild zur kleinen Herausforderung – und gleichzeitig verschmelzen Staunen und Konzentration miteinander. Sanfte Pastelltöne legen sich über den See, und von den Tagen auf dem Wasser bleibt die Erinnerung, die über den Wellen fliesst – und das Pelikanfieber.
Das Gold vor unserer Haustür
Der Herbst verwandelt das Engadin in ein leuchtendes Farbenmeer. Goldene Lärchen ziehen sich über die Hänge, spiegeln sich in stillen Seen und setzen warme Farbtupfer vor die karge Bergwelt. Dazu dieses besondere Licht, das morgens kühl und klar, später warm und weich über die Landschaft streicht. Nur drei Stunden von unserem Zuhause entfernt liegt diese Landschaft – für uns ist sie trotzdem völliges Neuland. Noch ahnen wir nicht, dass diese Reise einen unserer bisherigen Grundsätze ins Wanken bringen wird.
Die weissen Engel der Camargue
Zwei Leidenschaften, eine Reise: Meine grosse Liebe für Pferde verbinde ich in der Camargue mit meiner Freude an der Fotografie. Meine Wunschbilder habe ich längst vor Augen: Szenen von durch das Meer galoppierenden Pferden, die das Wasser bei jedem kraftvollen Galoppsprung in die Höhe spritzen lassen. Momentaufnahmen von sich aufbäumenden Hengsten mit wallenden Mähnen, die nur so vor Kraft und Stolz strotzen. Pferde in der weiten, ursprünglichen Landschaft der Camargue – eingebettet in eine Welt aus Wasser, Sand und Himmel. Wilde Natur, endlose Weite und die besondere Ausstrahlung der Pferde – genau darin liegt für mich die Magie der Camargue. Zwischen Wasser, Sand und Himmel finde ich sie: die weissen Engel der Camargue.
Lust auf Mee(h)r
Von feinen Sandstränden über wildromantische Küstenabschnitte bis ans «Ende der Welt» – den Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut und den salzigen Geruch des Meeres in der Nase. Zehn Tage lang folgen wir der Südwestküste Portugals, entdecken bizarre Felsformationen, versteckte Buchten und immer wieder neue, atemberaubende Blicke auf den tosenden Atlantik. Ein Paradies für Fotografen? Ganz sicher! Doch zwischen Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen lassen wir bewusst Raum für etwas, das auf Fotoreisen sonst gerne zu kurz kommt: Zeit. Zeit zum Durchatmen, zum Geniessen und einfach zum Sein. So wird diese Reise zu einer wunderbaren Mischung aus Landschaftsfotografie und Entschleunigung – mit ganz viel Mee(h)r.
Geparde hautnah
Seit unserer Begegnung mit einem Geparden in der Masai Mara lässt mich die Faszination für diese grazilen Grosskatzen nicht mehr los. Dass ich ihnen Jahre später in Spanien wieder so nah komme, hätte ich damals wohl nicht gedacht. Zu Fuss folgen wir den Geparden, beobachten ihre Bewegungen und kommen ihnen dabei erstaunlich nah – manchmal liegen zwischen Mensch und Tier nur wenige Zentimeter. Das laute Schnurren und die leise Vibration dieser Geparden werde ich ein Leben lang in Erinnerung behalten.
Das magisch helle Grün der Verzasca
Wie flüssige Jade sucht sich das Wasser seinen Weg durch die ausgewaschene Felslandschaft. Rund geschliffene Steine, bizarre Formen und ein faszinierendes Spiel aus Licht und Farbe machen das Verzascatal bei Lavertezzo zu einem fotografischen Paradies. Doch auch das Maggiatal bei Ponte Brolla begeistert mit schroffen Felsen und eindrucksvollen Steinlandschaften – ein fotografischer Leckerbissen ganz eigener Art.
Oh Schottland - Ferien in Gummistiefeln
Lange habe ich einen grossen Bogen um dieses Land gemacht. Nachdem ich schon im Vorjahr unsere Reisepläne kurzfristig umkrempelte, gibt es in diesem Jahr kein Zurück mehr. Und je näher die Reise rückt, desto grösser wird meine Vorfreude. Schottlands schroffe Küsten, wilde Highlands und sattgrünen Landschaften bieten eine faszinierende Motivwelt, die jeden naturbegeisterten Fotografen in Euphorie versetzt. Nur das Wetter hat offenbar andere Pläne. Statt goldener Lichtstimmungen gibt es reichlich Regen, tiefe Wolken und nasse Füsse. Doch immer wieder reisst der Himmel auf und gibt den Blick auf eine Landschaft frei, die uns erahnen lässt, warum wir unbedingt hierher wollten.
Lichtblicke in einer rauen Welt
Island fasziniert uns. Schwarze Lava trifft auf leuchtendes Grün, blaues Eis auf schwarzen Sand, tosende Wasserfälle auf himmelwärts schiessende Fontänen. Eine Landschaft voller Gegensätze – und voller Überraschungen. Denn was heute im Nebel verschwindet, kann morgen im schönsten Licht vor uns liegen. Schon auf unserer ersten Reise entstehen Bilder, die uns bis heute begleiten. Und trotzdem ist Island für uns fotografisch noch lange nicht fertig. Zu viele Motive bleiben unvollendet, zu viele Orte und Perspektiven entdecken wir erst später. Zehn Jahre lang sammeln sich neue Ideen und Bilder in unseren Köpfen. Und irgendwann wird aus diesen Bildern im Kopf wieder eine Reise.
Die Spitze des Eisbergs
Aufgrund meiner überwiegend sonnenhungrigen Präferenzen tanzte die diesjährige Sommerdestination ganz schön aus der Reihe. Doch Grönlands Natur aus Wasser, Eis und Sonne ist eine Wunderwelt mit ganz eigenem Reiz. Die Ursprünglichkeit und unverbrauchte Einsamkeit, die unglaublich klare Luft und die gefrorenen Schönheiten sind einfach grandios. Für die eisigen Strapazen werden wir mit einer Fülle an visuellen Leckerbissen belohnt, sodass Speicherkarten zum Glühen gebracht und Back-up-Medien in Terabyte-Grösse gefüllt werden.
Tanzende Lichter
Tief im Norden, wo im Winter die Dunkelheit den Tag fast verschluckt, machen wir uns auf die Suche nach einem der faszinierendsten Naturschauspiele überhaupt. Schon lange träumen wir davon, einmal selbst unter diesem geheimnisvollen Leuchten zu stehen und mit eigenen Augen zu sehen, wie der Himmel plötzlich zu tanzen beginnt. Dafür nehmen wir auch die klirrende Kälte in Kauf und ziehen hinaus in die arktische Nacht. Stundenlang blicken wir zum Himmel und warten auf diesen einen besonderen Moment. Und dann ist er plötzlich da. Die Nordlichter tanzen, als gäbe es kein Morgen. Wem da nicht der Alltag abhandenkommt und das Herz aufgeht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.