Pelikanfieber am Kerkini-See
Der Kerkini-See wirkt still, fast unscheinbar – bis ein kleines Fischerboot das Wasser teilt und eine Welt eröffnet, die wackelt und Kraft kostet. Spiegelungen verdoppeln die Welt, und aus flüchtigen Augenblicken entstehen Bilder, die im Wasser zu tanzen scheinen. Das Boot schwankt, Licht und Schatten wandern, Pelikane gleiten dicht vorbei. Jede Bewegung, jeder Windstoss, jede Welle macht das Bild zur kleinen Herausforderung – und gleichzeitig verschmelzen Staunen und Konzentration miteinander. Sanfte Pastelltöne legen sich über den See, und von den Tagen auf dem Wasser bleibt die Erinnerung, die über den Wellen fliesst – und das Pelikanfieber.
Die weissen Engel der Camargue
Zwei Leidenschaften, eine Reise: Meine grosse Liebe für Pferde verbinde ich in der Camargue mit der Freude an der Fotografie. Meine Wunschbilder habe ich längst im Kopf geformt: Szenen von durchs Meer galoppierenden Pferde, die das Salzwasser mit ihren raumgreifenden Galoppsprüngen in die Höhe spritzen lassen. Momentaufnahmen von sich aufbäumenden Hengsten mit ihren wallenden Mähnen, die von Kraft und Stolz nur so strotzen. Aufnahmen von Pferdeherden in urwüchsiger Landschaft, die ihre Freiheit im Einklang mit der Natur geniessen. Mein Wunsch wird Wirklichkeit und wird festgehalten auf Bildern für die Ewigkeit.
Lust auf Mee(h)r
Von feinen Sandstränden über wildromantische Küstenabschnitte bis ans Ende der Welt, den Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut und den salzigen Geruch des Meeres in der Nase. 10 Tage lang fahren wir entlang der Süd(west)küste Portugals und erleben bizarre Felsformationen und einen atemberaubenden Weitblick auf den tosenden Atlantik. Ein Paradies für Fotografen? Ganz sicher!
Geparde hautnah
Im Frühjahr haben wir an einem in seiner Art einmaligen Fotoworkshop teilgenommen. Während zwei wundervollen Tagen hatten wir die Möglichkeit, Geparden auf einer Finca in Zentralspanien unter nahezu natürlichen Bedingungen zu fotografieren. Die eleganten, grazilen Katzen sind nicht nur die schnellsten Jäger, auf Cheetah’s Rock sind sie auch sanfte «Menschenbegleiter». Die hautnahen Begegnungen zwischen Mensch und Tier waren einzigartig schön und beglückend. Das laute Schnurren und die leise Vibration werde ich ein Leben lang in Erinnerung behalten. Neben den Grosskatzen liessen auch weitere Wildtiere unser Herz höherschlagen und brachten unsere Speicherkarten zum Glühen.
Hartnäckiger Wegbegleiter
Madeira ist mehr als Landschaft – es ist ein Spiel aus Wolken, Nebel und Licht. Die Insel zeigt sich nicht auf den ersten Blick, sie verlangt Geduld. Morgen für Morgen stehen wir auf, bevor der Tag beginnt, und warten. Auf ein Licht, das kommt – oder eben nicht. Oft bleibt der Himmel grau, die Hoffnung leise, und der Moment verstreicht ungenutzt. Doch auf Madeira gehört das dazu. Zwischen Wolken, Wind und Stille entstehen Bilder, die sich nicht erzwingen lassen. Und manchmal öffnet sich für einen kurzen Augenblick eine andere Welt. Still. Klar. Unwirklich. Und genau dieser Moment bleibt – lange, nachdem das Licht verschwunden ist.
Ungeplant ins Engadiner Licht
Nachdem aus Afrika in diesem Jahr erneut nichts wurde, zog es uns spontan ins Engadin. Ohne grosse Planung – dafür zur genau richtigen Zeit: Die Lärchen standen in goldenem Glanz, die Bergseen lagen spiegelglatt, und eine ungewöhnlich trockene Schönwetterperiode bescherte uns ideale Bedingungen. Die Tage waren erfüllt von diesem klaren, schrägen Herbstlicht, das alles stiller und intensiver wirken lässt. Was wir damals noch nicht wussten: Es sollte nicht unser letzter Herbst hier bleiben. Aus drei geplanten Tagen wurden schliesslich neun – und eine Reise, die uns gezeigt hat, wie viel Fülle direkt vor unserer Haustür liegt.
Das magisch helle Grün der Verzasca
Wie flüssige Jade sucht sich das Wasser seinen Weg durch die ausgewaschene Felslandschaft. Das Verzascatal bei Lavertezzo ist mit seinen ausgewaschenen, runden Steinen inmitten der Kraft des Wassers und den reichen Farbschattierungen ein fotografisches Paradies. Aber auch das Maggiatal bei Ponte Brolla mit seinen schroffen Felsen und Steinlandschaften ist ein fotografischer Leckerbissen.
Oh Schottland - Ferien in Gummistiefeln
Lange habe ich einen grossen Bogen um dieses Land gemacht. Nachdem ich schon im Vorjahr unsere Reisepläne kurzfristig umkrempelte, gab es in diesem Jahr kein Zurück mehr. Zugegeben, Schottlands schroffe Küste und die wilden Highlands bieten eine Motivwelt, die jeden naturbegeisterten Fotografen in Euphorie versetzen. Wenn nur das Wetter nicht so unberechenbar wäre. Und so kam es dann auch: Regen, Regen und nochmals Regen. Dazu ausgebuchte Campingplätze, viel Verkehr auf den engen Strassen und einige sehenswerte Orte, die wir aufgrund des schlechten Wetters nicht geniessen konnten.
Die Spitze des Eisbergs
Aufgrund meiner überwiegend sonnenhungrigen Präferenzen tanzte die diesjährige Sommerdestination ganz schön aus der Reihe. Doch Grönland’s Natur aus Wasser, Eis und Sonne ist eine Wunderwelt mit ganz eigenem Reiz. Die Ursprünglichkeit und unverbrauchte Einsamkeit, die unglaublich klare Luft und die gefrorenen Schönheiten waren einfach grandios. Für die eisigen Strapazen wurden wir mit einer Fülle von visuellen Leckerbissen belohnt, so dass Speicherkarten zum Glühen gebracht und Back-Up-Medien in Terrabyte-Grösse gefüllt wurden.
Tanzende Lichter
Beim Gedanken an die schockierenden Minus Temperaturen in den skandinavischen Wintern lief es mir kalt den Rücken hinunter, doch der Wunsch, Polarlichter zu sehen, war grösser. Das Himmelsspektakel im hohen Norden war wirklich grandios und bleibt ein Leben lang unvergesslich. Grüne Schlieren leuchteten mit Millionen von Sternen um die Wette und flackerten wild am Horizont. Die Nordlichter tanzten am Himmel als würde es kein Morgen geben. Wem da nicht der Alltag abhandenkommt und das Herz aufgeht, dem ist nicht mehr zu helfen.