Im Königreich des Jaguars
Die Iguazú-Wasserfälle stürzen donnernd in die Tiefe. Die Hitze ist drückend, feiner Wassernebel liegt in der Luft, und je näher wir den Fällen kommen, desto nasser werden wir. Schliesslich stehen wir mitten in den Wassermassen, Gischt im Gesicht und das Donnern der Fälle in den Ohren, und lassen uns von ihrer gewaltigen Kraft mitreissen. Dann wird es still. Im Pantanal gleiten wir durch ruhige Flussarme, vorbei an Wasserhyazinthen und dichtem Grün. Immer wieder begegnen uns Jaguare, während wir stundenlang auf dem Boot ausharren, der Hitze trotzen und uns von den Insekten piesacken lassen. Viele Begegnungen sind besonders – doch für den «Once-in-a-Lifetime-Catch» sind wir einen Moment zu spät. Und so könnte der Kontrast kaum grösser sein: Zwischen dem Donnern der Wasserfälle und der Stille des Pantanal liegen Welten – und doch sind Geduld und Glück, Schweiss und Faszination manchmal nur einen Augenblick voneinander entfernt.
Wenn das Glück gleich zweimal zuschlägt
Ohne Gewissheit, aber mit einem Funken Hoffnung auf das Ergattern zweier der begehrten Tickets für die «Wave», reisen wir in die USA. Uns erwartet eine faszinierende Welt aus Sandstein, Canyons und bizarren Gesteinsformationen, deren Farben und Formen uns immer wieder aufs Neue staunen lassen. Doch einer dieser Tage übertrifft schliesslich alles, was wir zu hoffen gewagt haben: Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelingt uns das scheinbar Unmögliche. Und damit nicht genug: Über der Wüste setzt eine ringförmige Sonnenfinsternis diesem Glücksmoment die Krone auf. Ein Tag, der schöner kaum hätte sein können.
Am Ende der Welt – zwischen Wüstenzauber & Eiskristallen
Die landschaftlichen Unterschiede in Chile und Argentinien faszinieren uns so sehr, dass wir uns trotz fehlender Spanischkenntnisse auf eine individuelle Rundreise wagen. Tief berührt stehen wir vor dem Perito Moreno Gletscher und der gezackten Urgewalt des Paine-Massivs im Torres del Paine. Ein paar Flugstunden weiter nördlich sieht die Landschaft ganz anders aus, ebenso spannend, ebenso ergreifend. Die Atacama Wüste hat ihren eigenen Zauber und die Ausflüge auf über 4000 Meter über Meer rauben uns regelrecht den Atem. Es ist eine Reise in Landschaften der Extreme, wo wir Gletscher, Berge und Wüsten finden, aber auch Steppe, Wind, Einsamkeit und Einöde. Und doch ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was diese Reise für uns bereithält.
In der Weite der Rockies
Weite, Wildnis und gewaltige Bergwelten. Hinter jeder Etappe wartet ein neues Stück Kanada auf uns. Zwischen Pazifik und Rocky Mountains erleben wir eine Landschaft voller Kontraste: türkisfarbene Seen, schroffe Gipfel und Begegnungen mit der wilden Seite des Landes. Orcas gleiten durch die Wellen, Bären tauchen unverhofft am Strassenrand auf und Gletscher leuchten zwischen den Bergen. Und doch sind es vor allem die türkisfarbenen Seen, deren unglaubliche Farben ich noch heute vor Augen habe.